Musikverein Harmonie Gerlafingen
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Corona und andere Katastrophen

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An unserem letzten Konzert haben wir ein Stück von Goacchino Rossini aufgeführt. Erinnern Sie sich an den Titel? «Corona d’Italia» hiess es! Wenn wir das gewusst hätten…
Kurz darauf wurde Italien vom Corona-Virus heimgesucht, und mittlerweile ist auch die Harmonie Gerlafingen betroffen: Seit Wochen fallen die Proben aus, das Frühlingskonzert musste abgesagt werden.


Ein Blick ins Archiv zeigt: Dass unser Verein wegen einer Epidemie nicht proben und auftreten kann, ist gar nicht so aussergewöhnlich. Immer wieder mal musste aufs Musizieren verzichtet werden, die Harmonie hatte einige schwierige Zeiten zu überstehen.

 

1910 musste auf das Musikfest in Biel verzichtet werden «infolge der verheerenden Wirkungen der über die hiesige Gegend hereingebrochenen Wasserkatastrophe», wie es in einer Chronik heisst: «Wie erinnerlich, trat infolge Dammbruches bei Bätterkinden das Hochwasser der Emme über die Ufer und überflutete die ganze Gegend bis weit hinunter, alles mit sich reissend, was hemmend im Wege lag. Wo sonst blühende Felder und Gärten waren, wälzte sich ein trüber, bösartiger Strom dahin, Baumstämme, Schweineställe, Morast, kurz alles nur denkbare mit sich führend, dahin. In Gerlafingen mussten die Leute in Kähnen des Pontonierfahrvereins übergesetzt werden, um nach Hause zu gelangen. Es war eine Zeit des Nachdenkens und Sichbesinnens».

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, musste der sehr beliebte Dirigent, der deutscher Staatsangehörigkeit war, das Land verlassen. Zudem war infolge der Mobilmachung «wegen Zusammenschrumpfens des Vereins eine Zusammenkunft auch für die Proben unmöglich geworden». Erst ab April 1915 wurden wieder wöchentlich zwei Übungen abgehalten.

Es war damals Tradition, dass die Musikgesellschaft Gerlafingen immer an Silvester Platzkonzerte gab. 1917 musste man diese «der grossen Kälte wegen» ausfallen lassen.

«Im Juli 1918 machte sich eine Grippe-Epidemie unangenehm bemerkbar. Eine Verordnung der Regierung untersagte alle Übungen, die erst im Monat August wieder aufgenommen werden durften», heisst es in der Chronik. Damit dürfte die Spanische Grippe gemeint sein, die sich von 1918 bis 1920 in drei Wellen verbreitete. Es wird vermutet, dass damals bis zu 100 Millionen Menschen dieser Grippe zum Opfer fielen – bei einer Weltbevölkerung von etwa 1,8 Milliarden.

Nachdem also im Sommer 1918 die Proben ausgefallen waren, trat die Grippe-Epidemie wenig später erneut verheerend auf und die Proben mussten wiederum von Amtes wegen von Mitte Oktober bis Mitte Dezember eingestellt werden. Einem bei einem Arbeitsunfall verstorbenen Kameraden hätte der Verein gerne in corpore die letzte Ehre erwiesen, wegen des Versammlungsverbots war dies aber nicht erlaubt.  

Nur ein Jahr später fielen die Proben erneut aus, diesmal wegen der Maul- und Klauenseuche: «Der gefürchtete Stallfeind war wieder ausgebrochen und es mussten die Übungen, zufolge Erlass der Regierung von Mitte Dezember 1919 bis anfangs Januar 1920 ausfallen», ist in den Aufzeichnungen des Vereins zu lesen.

Kurz darauf wurde der Probebetrieb erneut unterbrochen, «aber diesmal freiwillig. Um etwaige Meinungsverschiedenheiten während eines im Eisenwerk ausgebrochenen Streikes nicht in den Verein hineinzutragen, fand man für gut, die Proben ab 9. März 1920 bis auf weiteres ausfallen zu lassen». Es handelte sich um den fünfwöchigen Gerlafingerstreik, der im Dorf heftiger geführt wurde und ernstere Folgen hatte als der Landesstreik, mit Massenschlägereien und Polizeieinsätzen.

Kaum hatte man die Instrumente wieder hervorgenommen, mussten sie abermals versorgt werden: «Die mörderische Viehseuche will kein Ende nehmen, sie greift wieder erneut um sich, was zur Folge hat, dass die Proben noch einmal, und zwar vom 24. Juni bis 29. Juli 1920 eingestellt werden müssen».

Zum Jahr 1938 findet sich in den Aufzeichnungen folgender Eintrag: «War der Sommer mit seinen Veranstaltungen recht rege gewesen, so kam nun gewaltsmässig eine Epoche des Stillstandes. Der «Schrecken der Landwirte», die Maul- und Klauenseuche, hatte sich auch in unserer Gegend festgefressen und gab den Behörden Veranlassung, alles zu stoppen, was zur Weiterverschleppung eine Möglichkeit geboten hätte. So wurden denn für längere Zeit mit den verschiedenen Anlässen auch die normalen Übungen untersagt».



Noch vor Kurzem hätten wir uns all diese Katastrophen und ihre Folgen, mit denen unsere Vorgänger zu kämpfen hatten, wohl anders vorgestellt. Erst jetzt können wir voll erfassen, was die Chronisten gemeint haben mit «Epoche des Stillstands» und «Zeit des Nachdenkens und Sichbesinnens».

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